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Aktuelles

Projekt Sterben – Tod – Trauer

Altenpfleger/innen pflegen alte Menschen.

Und – sie begleiten sie oft auch bis ans Lebensende. Ganz gleich, ob jemand zu Hause betreut wird und in seinen letzten Lebensjahren von der Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes profitiert oder im Heim lebt, professionell Pflegende sind in der Regel zur Stelle, wenn es darum geht, ein Sterben in Würde und ohne Schmerzen zu ermöglichen, letzte Wünsche zu erfüllen und auch den Angehörigen Trost zu spenden und entlastend zur Seite zu stehen. Aber: auch das muss gelernt sein. Und noch etwas kommt hinzu:

Wenn ein Mensch in einer Pflegeeinrichtung verstirbt, erleben nicht nur Angehörige einen Verlust, sondern auch die betreuenden Pflegekräfte. Dies trifft ins Besondere dann zu, wenn der Verstorbene über einen längeren Zeitraum begleitet wurde und zwischen Pflegekraft und Patient/Bewohner eine Beziehung entstanden ist.

Gerade Auszubildende erhalten im Umgang mit Tod und Sterben oft nicht die nötige Unterstützung und werden häufig mit der Thematik allein gelassen. Sie fühlen sich mit der Versorgung Sterbender und der Betreuung ihrer Angehörigen überfordert. Aber auch beim examinierten Pflegepersonal gehört das Sterben eines Mitmenschen zu den Ereignissen, denen gerne ausgewichen wird. Unter Umständen wird die eigene Hilflosigkeit mit unangebrachten Rede- und Verhaltensweisen überspielt.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer aus pflegerischer, ethischer und rechtlicher Sicht findet für die Altenpflegeklassen des bsw-Bildungszentrums Reichenbach in jedem Jahr in Form eines zwei- bis dreitägigen Projekts außerhalb von Schule und Klassenraumatmosphäre statt.

In diesem Jahr nutzte die Altenpflegeklasse AP 10/16 bb, die den Abschluss berufsbegleitend erwirbt, vom 6. bis 8. November 2019 die Räumlichkeiten der Diakonie Begegnungsstätte Reichenbach. Dozenten aus dem Bereich Altenpflege des bsw-Bildungszentrums vermittelten Themen wie

  • Sterbephasen
  • pflegerische Aufgaben im Umgang mit Sterbenden und Versorgung nach dem Tod
  • Trauerarbeit
  • Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Gastdozentin Birgit Jung vom ambulanten Hospizverein Vogtland sprach über die Aufgaben eines Hospizes, Gastdozent Sebastian Pache, Bestatter aus Bad Elster, über Bestattungsarten und die Aufgaben des Bestatters.

Am letzten Tag rundeten ein Besuch des Plauener Krematoriums und eine Führung über den Plauener Hauptfriedhof die Thematik ab.

Die Schülerinnen und Schüler wie auch die im Projekt mitwirkenden Dozenten sind sich einig darin, sehr emotionale Tage mit tiefen Eindrücken erlebt zu haben. Obwohl sie inzwischen fast vier Jahre Unterricht gemeinsam bestritten haben, lernten sie sich hier noch einmal aus einem anderen Blickwinkel kennen.

Bei einem gemeinsamen Essen klang das Projekt schließlich aus und wurde als sehr hilfreich und informativ sowohl für die berufliche Tätigkeit aber auch für den privaten Bereich bewertet.

Kerzen für die Verstorbenen
Vorbereitung der Unterrichtsmaterialien
Kristall für den Verstorbenen